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24.01.2019 Donnerstag  DLRG Weinheim bewahrt verloren gegangenen Pelikan vor größerem Schaden

Gott sei Dank, nichts weiter kaputt gegangen

(KS) Es war gegen halb vier als die erlösende Nachricht beim 1. Vorsitzenden eintraf, Pelikan 1 wieder eingefangen und an einen für ihn sicheren Ort gebracht. Diese Meldung wurde sogleich dann an die Auftraggeber der Aktion, dem Umweltamt weitergegeben. Doch nun von Anfang an.

Seit vielen Jahren verrichten die Weinheimer „Pelikane“ (Phosphat-Eliminations-Anlagen) zu fünft ihre Arbeit im Waidsee. Unermüdlich fangen sie das im Wasser gelöste Phosphat Tag und Nacht aus dem Wasser und binden es an Granulat, das sich im Zentralbehälter befindet. Um ihre Arbeit optimal verrichten zu können, sind diese riesigen Maschinen an tiefen Stellen im Waidsee verankert. Und genau ein solcher Anker hat sich losgerissen.

Als am späten Vormittag die Meldung beim 1. Vorsitzenden eintraf, ein Pelikan hätte sich losgerissen, löste dieser Alarm bei der Einsatzmannschaft aus und setzte damit eine ganze Kaskade in Gang. In Windeseile wurde Herr Robra vom Umweltamt und der die Pelikane betreuende Ingenieur informiert, um weitere Schritte zu besprechen. Die Schwierigkeit in dieser Situation war, dass hier Gefahr in Verzug war, denn diese Anlage verfügen über sehr lange Unterwasseranbauten und der Pelikan war bereits auf Grund gelaufen. Nun war Eile geboten. Innerhalb kürzester Zeit war ein Team vor Ort, um den abgetriebenen Pelikan wieder in tieferes Gewässer zu schleppen und dort wieder behelfsmäßig zu sichern.

Nun muss, nachdem eine erste Sichtung keine größeren Schäden an dem schwimmenden „Monstrum“ ergeben hat, der Neuaufbau des Ankers auf über 20m Tiefe erfolgen. Im Anschluss wird die DLRG Weinheim die Nr 1 wieder an Ort und Stelle bringen, damit das Ensemble der Pelikane wieder wie vorher aussieht.

Seit Beginn der Arbeit der Weinheimer Pelikane im Jahre 2002 auf dem Waidsee ist die DLRG Weinheim im Auftrag der Stadt für die Wartung und Reparatur unter Wasser bis auf dem Grund des Sees unterwegs. Das bedeutet Arbeitstauchgänge bis in eine Tiefe von 30m ohne Sicht. Jeder Tauchgang muss dabei akribisch vorbereitet werden, denn ein Unfall auf dieser Tiefe, auch unter den hohen Sicherheitsvorkehrungen, hat oft einen sehr negativen Ausgang. Damit dies nicht passiert, haben sich die Weinheimer DLRG Taucher nicht nur ein ausgefeiltes spezielles Equipment angeschafft, sondern auch eine jahrelange Erfahrung aufgebaut, da sitzt jeder Handgriff. Nicht jeder Einsatztaucher wird an diese Aufgabe herangelassen, hier ist eine jahrelange Heranführung an die Materie notwendig.

Von: Kai Stauffert

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